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Segelsaison 2026 der L'art de vivre

Die Yacht

Auf dieser Seite werden wir unsere Segeltörns im Jahr 2026 ab und zu etwas dokumentieren. Es soll kein Tageslogbuch sein, sondern nur kleine Ausschnitte zeigen, welche für Freunde und Bekannte spannend sein könnten. Damit seid auch ihr Teil der Crew!

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Wo sind wir gerade?

Unser Segelblog 2026

Frühlingstörn vom 8. April - 19. April 2026 mit Ute und Martin

Endlich hat die neue Segelsaison begonnen! Nachdem ich das Auto noch schnell vollgeladen hatten, ging es ab in Richtung Kroatien, zum Heimathafen der L'art de vivre! Martin und Ute sind mit dem eigenen Auto gefahren, da sie im Anschluss noch weiterreisen wollten. Somit konnte ich mein Fahrzeug voll beladen.

2026 04 11 Auto vollgeladen

Zur Abfahrt bereit!

Ich war einen Tag früher vor Ort – nach einer gemütlichen 10‑Stunden‑Reise, inklusive einem 30‑minütigen Powernap auf einer italienischen Raststätte, hatte ich Zeit genug in aller Ruhe ein paar Dinge vorzubereiten. Das Schiff bekam gleich drei neue Fender verpasst – quasi die maritime Version von neuen Airbags. Ausserdem stand die alljährliche Reinigung der Logge an, mein persönliches Highlight im Bereich „Dinge, die man niemandem als Hobby verkaufen kann“. Ich habe dem Schiff auch eine neue Rettungsinsel spendiert und einen Luftkompressor fürs Dinghi. Ach ja, und der zusätzliche Kühlkompressor am Motor für den Kühlschrank läuft nach dem Service endlich wieder. Alle Dichtungen und alten Leitungen wurden ersetzt. Das Ding schnurrt jetzt wie ein zufriedenes Kätzchen. Nebenbei habe ich noch diverse Ersatzteile eingekauft, die später zum Einsatz kommen – darunter neue Opferanoden (RIP, ihr tapferen kleinen Metallhelden) und einen Impeller für den Dinghi-Motor.

Am zweiten Tag nach der Abreise wurde ich allerdings krank und hatte Fieber. Zum Glück dauerte es nur eine Nacht. Dann ging es wieder an die Arbeit! In Vrsar bin ich auf den Mast gestiegen, weil die Windanzeige nicht mehr funktioniert hat. Sie war irgendwie „verhockt”. Jetzt läuft sie wieder. Mal schauen, wie lange!

Dann wurde beim Steuerstand eine neue Ankerwindensteuerung eingebaut, weil die alte eine Woche vor Saisonende 2025 beschlossen hatte, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Reparieren? Keine Chance. Der Kunststoff war so spröde, dass das Salzwasser überall reingekrochen ist – und wie wir wissen, sind Salz und Elektronik ungefähr so gute Freunde wie Katzen und Staubsauger. Also habe ich dem Drama ein Ende gesetzt und ein neues Teil gekauft. Danach war der Dinghi-Motor dran. Der Vergaser wurde zerlegt und gründlich gereinigt – quasi ein Wellnessprogramm für Zweitakter. Zwischen Benzintank und Vergaser kam noch ein zusätzlicher Filter rein. Zweitaktbenzin ist ja bekanntlich etwas eigen. Das Öl darin klebt gerne zusammen wie Teenager nach dem ersten Festivalwochenende. Selbst wenn man versucht, den Vergaser leer laufen zu lassen, bleibt immer ein Rest zurück – und am Ende ist es meistens das Öl, das sich denkt: „Ich bleib hier“ und alles schön verklebt.

Natürlich haben wir nicht nur geschraubt, geflickt und repariert, als wären wir die „A-Team“-Version der Bootsmechanik. Zwischendurch sind wir auch tatsächlich gesegelt und haben das Leben genossen – schliesslich braucht selbst das fleissigste Werkzeug mal eine Pause. Wir haben uns die charmanten Städtchen Rovinj, Vrsar, Poreč, Novigrad und Umag angeschaut und die Vorsaison gefeiert, in der man noch nicht um jeden Quadratmeter Schatten kämpfen muss. Im Sommer wird’s dort ja eher zu einer olympischen Disziplin: Synchron-Sitzplatzsuchen am Wasser – Entspannung sieht anders aus. Tagsüber war es angenehm warm, nachts hat uns die Heizung aber ab und zu noch freundlich zugewunken, so nach dem Motto: „Ihr wollt mich doch nicht wirklich ausschalten, oder?“ Rückblickend wäre der Mai wohl der perfekte Monat – genug Sonne, wenig Touristen und Temperaturen, die nicht ständig zwischen „Sommerurlaub“ und „Aprilwetter“ hin- und herspringen.

Zurück in Pula wartete natürlich wieder eine kleine To‑do-Liste auf uns, die länger war als die Speisekarte einer Strandbar. Die neue elektrische Salzwasserpumpe wurde eingebaut und angeschlossen – unser zukünftiger Held in Griechenland, wo man mit sauberem Salzwasser vorspülen kann und das Süsswasser nicht gleich so beleidigt ist, weil es gespart wird. Dann durfte ich erneut den Mast erklimmen, denn das Horn hatte beschlossen, in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Ein paar liebevolle, aber bestimmte Klapse mit dem Gummihammer – und siehe da, das gute Stück tut wieder so, als wäre nie etwas gewesen. Manchmal braucht Technik eben einfach ein bisschen… Motivation. Der Dinghi-Motor bekam frisches Getriebeöl, aber keinen neuen Impeller. Der vom Mechaniker war nämlich eher „Impeller für die Barbie-Yacht“. Also habe ich in der Schweiz einen neuen bestellt und hoffe diesmal auf die richtige Grösse. Immerhin weiss ich jetzt, wo das Ding sitzt – und dass der aktuelle noch fit genug ist, um nicht sofort in die Impeller-Rente zu müssen. Und dann wäre da noch der Baumkicker, der über den Winter offenbar beschlossen hat, seinen Geist an Neptun zu übergeben. Eine der Gasfedern im Inneren dürfte hinüber sein. Ersatz habe ich in Frankreich bestellt, aber den Versand darf ich selbst organisieren, weil die Firma keine Lust auf Zollabenteuer hat. Also ein FedEx-Konto erstellt – und sobald ich Masse und Gewicht kenne, kann ich den Auftrag erteilen. Bürokratie ahoi.

Es war ein wunderbarer Törn mit Ute und Martin – klar, die beiden kennen das Schiff so gut, dass ich mich schon fast wie der Praktikant an Bord gefühlt habe. Neben meinen selbst auferlegten Bastel- und Schraubprojekten blieb mir deshalb sogar ein bisschen Freizeit. Luxus pur. Die Heimfahrt war dann eher unspektakulär. Drei Kilometer Stau am Gotthard – das ist ja quasi Fast Lane, wenn man bedenkt, was dort im Sommer abgeht. Nach knapp 11 Stunden Reisezeit war ich wieder zu Hause und habe mich gefragt, warum sich die Rückfahrt immer länger anfühlt als der ganze Törn zusammen.

 2026 04 11 Urs und Ute

Urs und Ute - wenig Wind aber genug zum entspannten Segeln...

2026 04 11 Martin

Martin an einem seiner liebsten Plätze ;-)

2026 04 18 Leuchtturm Pucini

Leuchtturm Pucini vor Rovinj

2026 04 18 Rovinj Stadthafen

Stadthafen von Rovinj

2026 04 18 Novigrad Marina

In der Marina von Novigrad

2026 04 18 Reparatur Anemometer

Reparatur des Anemometers auf dem Masttop

Familientörn vom 6. - 20. Juni 2026 mit Conny und Alina

Bevor wir in See stechen können, braucht das Schiff noch eine kleine Wellnessbehandlung. Ganz oben auf der To‑Do-Liste: der Baumkicker, den ich in der Schweiz liebevoll generalüberholt habe. Der hat jetzt brandneue Gasdruckfedern bekommen – die alten hatten nach zehn Jahren offenbar beschlossen, sich in Rost aufzulösen. Ein Klassiker.

Diesmal sollte aber wirklich für die nächsten zehn Jahre Ruhe sein. Vielleicht sogar länger, denn ich habe die neuen Federn noch mit einer Spezial-Farbkur verwöhnt, in der Hoffnung, dass sie nicht wieder heimlich vor sich hinrosten. Ob’s was bringt? Wir werden sehen…

2026 05 01 Bumkicker auf der grunen Wiese

Der revidierte Baumkicker auf der grünen Wiese...

2026 05 07 Baumkicker

... und wieder dort montiert, wo er hingehört!

Am 6. Juni 2026 gings endlich los – zumindest theoretisch. Praktisch bedeutete das wie immer: erst mal noch schnell ein paar Kleinigkeiten am Schiff erledigen. Wobei „Kleinigkeiten“ natürlich ein dehnbarer Begriff ist. Die Installation des Baumkickers war tatsächlich noch die Wellness-Variante. Einmal anschrauben, einmal fluchen, fertig.

In der Eignerkabine hingegen hat die Toilette nach rund 25 Jahren beschlossen, in Rente zu gehen. Und zwar sofort, ohne Vorwarnung, ohne Abschiedsrede. Ein kleiner Riss im Gehäuse – und plötzlich floss das Wasser nicht mehr raus, sondern rein. Genau das, was man sich bei einer Toilette wünscht. Aber hey: Glück im Unglück, ich hatte noch Ersatz dabei. Man kennt ja sein Leben.

Danach konnte es dann wirklich losgehen! Also… theoretisch. Der Wind hatte nämlich beschlossen, heute frei zu nehmen. Erst wenig, dann weniger, dann gar keiner mehr. Also Motor an und rüber auf die italienische Seite tuckern. Wir kamen natürlich spät an – also so spät, dass man es schon wieder früh nennen könnte: Mitternacht. Also haben wir einfach vor der Einfahrt nach Chioggia geankert und sind am nächsten Morgen rein gefahren. Beste Entscheidung.

Das Anlegen war wie immer kein Problem – wären da nicht diese Dalben aus Beton gewesen. Beton! Wer kommt auf so was? Jede Berührung ein Kratzer. Also schön sauber manövrieren, ganz vorsichtig anlegen… so wie wir es ja eigentlich immer machen. Oder zumindest versuchen.

Danach: Duschen, durchatmen und das Städtchen erkunden. Endlich Urlaub.

2026 06 06 Uberfahrt nach Chioggia

Überfahrt nach Chioggia

2026 06 07 Chioggia 1

Venedig? Nein Chioggia...

2026 06 07 Chioggia 2

Und immer noch Chioggia

2026 06 07 Chioggia 3

Beste Aussicht in Chioggia und Dienstfahrzeuge direkt vor dem Gebäude - bei der Guardia Costiera!

Nach Chioggia ging’s weiter nach Venedig – schliesslich muss man ja irgendwann mal schauen, ob die Stadt wirklich auf Pfählen steht oder ob das nur ein Marketing-Gag ist. Vorher habe ich brav beim Vereinshafen Diporto Velico Veneziano per Mail angefragt, ob sie wohl ein Plätzchen für unser 45-Fuss-Schiff hätten… und siehe da: Hatten sie! Die Antwort kam schneller zurück als ein Espresso an der Bar, und erst noch superfreundlich.

Bei der Ankunft haben wir uns dann telefonisch gemeldet, und der Hafenwart kam mit seinem Boot angerauscht, um uns einzuweisen. Die berühmten venezianischen Pfosten kennen wir ja inzwischen – dieses Mal immerhin aus Holz, also quasi die Luxusversion. Das Anlegemanöver war dann auch bald erledigt, ohne dass wir uns wie in einem Slalomkurs fühlten.

Danach ging’s ab in die Stadt: Venedig anschauen, staunen, verlieren, wiederfinden – das volle Programm. Einen Tag später dann Murano und Burano. In Murano gibt’s ja diese legendären Glasbläser, die aus glühender Lava Kunstwerke zaubern. Natürlich haben wir etwas gekauft. Mit Zertifikat. Und Siegel. Und wahrscheinlich auch mit einem Segen des Glasgottes. Wir durften dem Meister sogar bei der Arbeit zuschauen – beeindruckend! Die Gasrechnung für den Ofen ist allerdings weniger beeindruckend, eher… astronomisch. Vor der Pandemie 2000 Euro, beim Ukraine-Krieg 15'000 Euro, jetzt rund 6000 Euro – pro Monat. Kein Wunder hat er mir die Rechnungen gezeigt, wahrscheinlich dachte er, ich halte ihn für einen begnadeten Geschichtenerzähler.

Nach Murano ging’s weiter nach Burano – kleiner, bunter, ruhiger und irgendwie einfach… schöner. Ein richtig gemütliches kleines Städtchen mit Kanälen, Brücken und Gassen, die sich ständig neu verzweigen. Touristen gab’s schon, aber angenehm dosiert – so wie Pfeffer im Essen: genug, aber nicht so viel, dass man schwitzt.

Nach drei Tagen ist unsere Tochter dann mit dem Flugzeug nach Hause geflogen, und wir haben am 12. Juni 2026 unsere Reise Richtung Triest fortgesetzt – weiter, immer weiter, der Sonne hinterher.

Und hier findest Du den Film von Venedig. 

2026 06 11 Venedig 1

Venedig, Dogenpalast, dahinter der Markusplatz

2026 06 11 Venedig 2

Venedig, Markusdom

2026 06 11 Venedig 3

Venedig, Downtown

2026 06 11 Burano 1

Burano

2026 06 11 Burano 2

Burano

Nach Venedig sollte es eigentlich wieder brav zurück nach Triest gehen. So der Plan.
Die ersten 30 Seemeilen liefen wie aus dem Segelprospekt: Wind perfekt, Stimmung perfekt, alles perfekt. Danach allerdings… ja, danach kam wieder der gute alte Dieselwind ins Spiel – dieser treue Begleiter aller Segler, der immer dann auftaucht, wenn man ihn eigentlich nicht eingeladen hat.

Rund um Koper und Triest wimmelt es abends und nachts von richtig dicken Pötten. Also nicht „Oh, ein nettes Fischerboot“, sondern eher „Titanic, aber in echt und wach“. Diesen Kolossen sollte man nicht zu nahe kommen, wenn man nicht als Fender enden möchte. Also haben wir versucht, uns möglichst elegant ausserhalb der Verkehrstrennungsgebiete zu bewegen.

Gegen 23:00 Uhr dann die Schrecksekunde:
Irgendetwas hat gegen Kiel, Bordwand oder Propeller geknallt. Ein Geräusch wie: „Hallo, ich bin ein unbekanntes Objekt und möchte euch kurz das Herz stehen lassen.“ In der Bucht von Muggia haben wir dann gegen 01:00 Uhr geankert. Am nächsten Morgen bin ich abgetaucht, um das Schiff zu checken. Glücklicherweise: Keine Schäden! Zumindest keine, die man ohne Röntgenblick sieht.

Am 13. Juni 2026 haben wir das Schiff dann zur Marina San Giusto verholt. Die hatten aber leider keinen Platz für uns – offenbar war Triest gerade „fully booked“. Also wieder zurück nach Muggia und dort in die Marina San Rocco. War eigentlich ganz gemütlich dort, und es fährt regelmässig ein Taxiboot nach Triest.
Am ersten Abend haben wir aber erst mal Muggia erkundet. Triest musste warten – schliesslich soll man Städte nicht hetzen.

2026 06 13 Muggia Rathaus

Rathaus in Muggia

2026 06 13 Nationalspeise

Nationalspeise in Friaul und Triest: "Fusi al Refosco"

Heute stand wie geplant der Triest‑Ausflug an. Hafenplatz hatten wir zwar keinen, aber hey – wenn wir schon nicht anlegen dürfen, dann legen wir halt die Stadt selbst unter die Lupe. Die berühmte "Piazza Unità d’Italia" soll ja angeblich grösser sein als der Markusplatz in Venedig. Ob das stimmt? Keine Ahnung. Für uns sah’s ungefähr gleich gross aus.

Danach ging’s hoch zur Festung, Museum inklusive. Viel Geschichte, viele Treppen, aber immerhin eine Aussicht, die einem kurz vergessen lässt, dass man eigentlich schon wieder Durst hat. Dann noch ein Spaziergang entlang des Kanals, der mitten durch Triest führt – sehr malerisch, sehr italienisch, sehr „wir könnten jetzt eigentlich ein Gelato vertragen“ (wir haben dann Pizza gegessen).

Zurück aufs Schiff ging’s dann standesgemäss mit dem Wasserbus „Delfino Verde“. Der tuckert zuverlässig zwischen Muggia und Triest hin und her – ein bisschen wie ein ÖV‑Delphin, nur ohne Kunststücke.

2026 06 14 Triest  1

Canal Grande di Trieste

2026 06 14 Triest  2

Castello di San Giusto

2026 06 14 Triest  3

Piazza Unità d’Italia

Von nun an ging’s stetig südwärts… NovigradPoreč, Vrsar, Tanken in Rovinj und am Ende Pula – quasi die „Adria‑Nordschleife“, auch mit Boxenstopp aber wohl mit deutlich besserem Essen. Dort endeten dann auch die Ferien meiner Frau. Ich bleibe noch ein paar Tage auf dem Schiff zurück, um die wichtigsten Arbeiten für den grossen Griechenland‑Törn zu erledigen. Der Film für diesen Törn findest du hier!

Im Juli geht’s dann mit Peter weiter.

2026 06 16 Novigrad

Novigrad

2026 06 17 Porec

Porec

2026 06 18 Rovinj

Rovinj

2026 06 24 Torn Nordadria

Törn Nordadria

Törn Pula-Dubrovnik vom 23. Juli - 5. August mit Peter